Die Marktgemeinde

MARKTGEMEINDE LEOPOLDSDORF IM MARCHFELDE

Einwohner: 2.644
Fläche 2.895 ha (Stand 10/2014)

Leopoldsdorf ist seit 1971 Großgemeinde – bestehend aus der KG Leopoldsdorf und der KG Breitstetten.

Im Juni 1988 wurde ihr das Marktrecht und der Wappenbrief durch die NÖ Landesregierung übergeben.
„Ein von Rot und Silber gevierteter Schild, belegt mit einer aus dem Schildfuß wachsenden goldenen Ähre. Die Ähre besteht aus 9 Körnern, je vier auf einer Seite und eines an der Spitze aus vier Grannen. Die aus diesem Marktwappen abzuleitenden Farben sind rot-weiß.“

 

 


KG LEOPOLDSDORF IM MARCHFELDE


Einwohner:
2.215
Fläche 1.724 ha

 

Durch die gute Infrastruktur bestehend aus Schulen, Ärzten, Banken, Gast- und Gewerbebetriebe ist Leopoldsdorf ein zentraler Ort mitten im Marchfeld.

Leopoldsdorf war ein landesfürstliches Lehen und es ist davon auszugehen, dass der Ort Leopoldsdorf zwischen 1050 und 1150 im Zuge der zweiten Kolonisierung des Marchfeldes, sowie die meisten Dörfer der Region auch, angelegt worden ist. Seit dem 12 Jahrhundert ist es zudem mehrfach urkundlich belegt und es ist davon auszugehen, dass Leopoldsdorf seit dem Mittelalter ein Herrensitz war, der über befestigte steinerne Gebäude verfügte.

 


1246 wurde Leopoldsdorf vom Minnesänger Tannhäuser  im 14. Lied, das den Titel: „Daz ich ze herren niht enwart“/ „Dass ich nicht als Herr geboren wurde“ erstmals genannt.
…..Liupolzdorf was dar zuo min, daz lit bi Luchse nahen /…. außerdem gehörte mir Leopoldsdorf, das liegt nahe bei Lassee
Tannhäuser (1200-1266)  war einer der bedeutendsten Minnesänger und Spruchdichter des 13. Jahrhunderts, geboren in Tannhausen in der Oberpfalz.
Als Gefolgsmann von Kaiser Friedrich II lernte er am kaiserlichen Hof den Babenbergerherzog Friedrich II kennen, dessen Einladung nach Wien zu kommen er annahm. Ab 1235 dürfte er in Wien gewesen sein, wo er als Dichter und Sänger wirkte. Friedrich zeigte sich erkenntlich, indem er ihn mit einem Hof in Wien, einem Gut in Himberg und mit dem Dorf Leopoldsdorf bedachte. Nach dem Tod Friedrichs verlor er seine Güter und verließ den Donauraum.

Im Laufe der Geschichte kamen viele verschiedene Schreibweisen für das Dorf eines (unbekannten) Mannes namens „Leopold“ zur Anwendung. 1916 wurde die gültige Schreibweise des Ortes von der Niederösterreichischen Statthalterei mit „Leopoldsdorf im Marchfelde“ festgeschrieben.

Seit wann es in Leopoldsdorf ein Schloss gab, ist nicht bekannt. 1645 haben die Schweden das bestehende Jagdschloss zerstört. 1648 ließ der Gutsherr Ferdinand Jakob von Welz im Frühbarockstil neu erbauen. Im zweiten Weltkrieg wurde das Schloss abermals zerstört.
Besitzer von Leopoldsdorf wie z.B. die Grafen von Welz oder die Freiherren von Kempf sind ab dem 16. Jahrhundert bekannt. Sie prägten bis 1848, bzw. die Gutsbesitzer bis lang nach dem 2. Weltkrieg das Werden des Ortes. So erfolgte unter den „Kempfs“ z.B. mit der Gründung von Kempfendorf die erste Dorferweiterung, der Umbau des Schlosses, der Bau der Pfarrkirche und der Schule.
Das Marchfeld wurde, so auch Leopoldsdorf und Breitstetten, von Raubritter, Hussiten, Ungarn, Türken, Schweden und Kuruzzen heimgesucht. Die Menschen hatten auch unter den Franzosen (Napoleon I.), den Preußen (1866) und den beiden Weltkriegen zu leiden.
Der bedeutendste Arbeitgeber ist seit 1902 die Zuckerfabrik (AGRANA Zucker GmbH).
Durch den Bau der Zuckerfabrik entwickelte sich Leopoldsdorf von einer Landwirtschafts- zu einer Industriegemeinde. Die Werksleitung baute für Ihre Beschäftigten Dienstwohnungen, weshalb auch vielen Arbeitern umliegender Orte und aus dem benachbarten östlichen Ausland Arbeits- und Wohngelegenheiten geboten wurde. Die Bevölkerungszahl stieg, und ebenso die Bedeutung der Ortschaft.
Während man 1925 1.200 Tonnen Rüben täglich verarbeitete, beträgt die Tagesverarbeitung derzeit 16.000 Tonnen. Heute gibt es nur mehr 2 Zuckerfabriken in Österreich – Tulln und Leopoldsdorf.

Im Herbst 1996 konnte der neue 3-gruppige Kindergarten in der Gärtnergasse in Betrieb genommen werden. 2014 begann aufgrund des erhöhten Bedarfes und der steigenden Bevölkerungszahl der Zubau einer 4. Gruppe.
Im alten Kindergarten wurde Platz für ein Musikheim und die Musikschule geschaffen.
Der neue Turnsaal der Sporthauptschule wurde im Juni 1997 eröffnet und kann außerhalb der Unterrichtszeiten gemietet werden.
Die Bücherei im Rathaus ist Dienstag von 18.30-20.00 Uhr und Donnerstag von 15.00-16.00 Uhr geöffnet.

Leopoldsdorf hat eine wunderschöne Sportanlage, auf der der Sportclub Leopoldsdorf mit allen seinen Jugend- und Erwachsenen-Mannschaften seine Spiele bestreitet.
Die Marktgemeinde Leopoldsdorf ist Mitglied im Fremdenverkehrsverband Marchfeld-Donau, im Dezember 2011 trat Leopoldsdorf auch dem MAREV – Verein zur Förderung der Regionalentwicklung bei.
Seit Oktober 2011 trägt die Gemeinde als erste im ganzen Marchfeld die Auszeichnung „familienfreundlichegemeinde“, neben den bereits vorher verliehenen Auszeichnungen „vereinsfreundlichste Gemeinde“ und „Seniorenfreundliche Gemeinde“.
Seit Nov. 2014 ist die Gemeinde außerdem „NÖ Klimabündnis-Gemeinde“.

Öffentliche Einrichtungen und traditionelle Vereine

Leopoldsdorf hat seit 1892 eine Polizeiinspektion.
Eine Pfarrschule bestand schon 1734.
Die Volksschule gibt es seit 1869, die Hauptschule seit 1928, die seit 1982 auch als Sporthauptschule und seit 2013 als Neue Sport-Mittelschule geführt wird.
Dr. Rudolf von Wiener Welten installierte 1893 bereits einen „Kindergarten“, seit 1938 gibt es einen öffentlichen Kindergarten.
Das Vereinsleben ist seit Jahrzehnten eine große gesellschaftliche Bereicherung in unserer Gemeinde. Traditionelle Vereine, die vor 1945 gegründet wurden sind die Freiwillige Feuerwehr (1899), der Sportklub Leopoldsdorf (1919), der Männergesangsverein (1921) und der Musikverein Leopoldsdorf (1926).
Weitere Vereine:
Hundesportzentrum Marchfeld, Hundetreff, Tennisverein, Schützengilde, Jagdgesellschaft, Kinderfreunde, Pensionistenverband, Bildungs- und Heimatwerk , Fischereivereine, Linedancer, Spiel.Musik, K.L.U.B.

KIRCHE

1544-1645 bestand eine Kapelle, die von den Schweden zerstört wurde.
Die erste Pfarrkirche war die „Michaeli-Kirche“ (1650-1771). Die heutige Pfarrkirche besteht seit 1771 (Baubeginn unter Margarita Freyin von Kempf) und wurde einige Male renoviert. Seit 27.2.1734 ist Leopoldsdorf eine eigene Pfarre. Wegen des Priestermangels gibt es den Pfarrverband Leopoldsdorf, Breitstetten, Obersiebenbrunn, Haringsee und Markgrafneusiedl.

 

KG BREITSTETTEN

Einwohner: 429
Fläche: 1.171 ha

1280 wurde Breitstetten erstmals als Praitstetten erwähnt. Das Dorf gehörte zur Herrschaft Orth. 1830 wurde der Ort durch ein katastrophales Donauhochwasser heimgesucht.
Bis 1784 gehörte Breitstetten zur Pfarre Orth. 1784 wurde die Pfarre Breitstetten auf Befehl Kaiser Joseph II. selbständig. 1991 wurde sie dem Pfarrverband Leopoldsdorf angeschlossen.
Der Kindergarten ist in der ehemaligen Volksschule untergebracht. 2004 konnte der Feuerwehr ein neues Feuerwehrhaus zur Verfügung gestellt werden.
Die Landwirtschaft hatte in der Katastralgemeinde Breitstetten für die Bewohner größte Bedeutung, sodass die Felderkommassierung von 1912 wirtschaftlich sehr wichtig war. Heute stellen fast alle landwirtschaftlichen Betriebe neben dem herkömmlichen Getreidebau auf intensiven Gemüsebau um.

Durch die Gemeindezusammenlegung, die Schließung der Volksschule, dem Ende des Milchverkaufes und dem Verlust des Kaufhauses muss das Vereinsleben die fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten ersetzen. So sind besonders jetzt traditionelle Vereine wie die Freiwillige Feuerwehr (1897), der Musikverein Breitstetten (1924), Jagdgesellschaft (1848), der Burschenbund und der Seniorenbund Träger des Zusammengehörigkeitsgefühles.